Die KI-sierte Organisation
Nach dieser Fortbildung kannst du klarer benennen, welche strukturellen Herausforderungen die Einführung eines KI-Systems in deiner Organisation (oder die deiner Kundschaft) tatsächlich auslöst. Du lernst konkrete Ansätze kennen, wie Führungsverantwortung so verteilt werden kann, dass die Organisation damit gut umgehen kann. Du bekommst ein begriffliches Fundament, das dir hilft, intern klarer zu sprechen, gezielter zu entscheiden und typische Fehlinvestitionen beim KI-Einsatz zu vermeiden.
Die Einführung von KI in Organisationen ist nicht vergleichbar mit Vorgehensweisen zur Digitalisierung. KI verändert, wer oder was in einer Organisation denkt, kommuniziert, entscheidet und handelt. KI-sierung ist keine Steigerung von Digitalisierung, kein neues Werkzeug, sondern ein struktureller Einschnitt, der Kommunikation, Führung, Verantwortung und Zusammenarbeit neu ordnet.
Und das trifft Organisationen in einem Moment, in dem der Anpassungsdruck ohnehin historisch hoch ist: Demografie und Arbeitsmarkt, Lieferketten und Machtkonzentrationen, Zölle und Geopolitik, gesetzliche Regulation, neue Mitbewerberinnen – und jetzt noch KI.
Organisationen brauchen mehr und bessere Führung als je zuvor. Doch klassisch-pyramidale Strukturen mit vorgesetzten Führungskräften und Silos geraten mehr und mehr in die Selbstbeschäftigung – zu langsam, zu eng, zu abhängig von wenigen.
Führungsarbeit ist dynamischer zu verteilen: über klare Rollen und Handlungsrahmen, Kreise mit echter Entscheidungskraft, fallweise Ermächtigungen und Formate zum Priorisieren und gemeinsamen Lernen. Damit weder jeder macht, was er will, noch basisdemokratisch alle überall einbezogen werden – sondern die passenden Menschen zur richtigen Zeit wirklich handlungsfähig sind.
Diese zweitägige Online-Fortbildung widmet sich dem Problem- und dem Lösungsraum:
- Am ersten Tag entsteht ein strukturiertes Bild der Herausforderungen – von den oft missverstandenen Eigenschaften heutiger KI-Systeme über Haftungs- und Verantwortungsfragen bis hin zu kommunikativen und psychologischen Dynamiken, Sicherheitsrisiken und den Pflichten aus der europäischen KI-Verordnung.
- Am zweiten Tag folgt der Blick in die Schatzkiste der Kollegialen Führung und agilen OE: Was hilft bereits? Was braucht Erweiterung für KI? Und was muss neu gedacht werden? In jedem Fall mit dabei: neue Werkzeuge, Praktiken und Prinzipien.
Das Ergebnis der Fortbildung ist nicht nur ein begrifflich-konzeptionelles Fundament, das dich in die Lage versetzt, eigenständig und informiert weiterzuarbeiten: mit klaren Unterscheidungen, konkreten Strukturelementen und einem Orientierungsrahmen, der trägt. Du nimmst auch ganz praktisch anwendbare Werkzeuge und KI-Anweisungsvorlagen mit.
Termine und Anmeldemöglichkeiten
buchbar bis Mo. 28.09.2026 00:00, kostenlos stornierbar bis Mo. 21.09.2026 08:30
| E‑Book “KI in der Organisation” Teile 1 – 4 (248 Seiten) | ||
| Aufgaben zur individuellen Vorbereitung | Di. 22.09. bis Mo. 12.10.2026 | |
| Tag 1: Was sind die Herausforderungen? | Mo. 12.10.2026 von 08:30 bis 12:00 | Online (Zoom) |
| Tag 2: Was sind hilfreiche Prinzipien und Praktiken? | Di. 13.10.2026 von 08:30 bis 12:00 | Online (Zoom) |
Einzelleistungen
Zur Einarbeitung ins Thema senden wir dir ein E‑Book (https://kollegiale-fuehrung.de/kio-buch/). Je nach Vorwissen wirst du schon einige der Inhalte kennen, du musst also nur die Abschnitte des E‑Books lesen, mit denen du nicht oder nur wenig vertraut bist. Wir setzen das Wissen aus diesem E‑Book jedoch in jedem Fall voraus, wenn wir uns dann online treffen.
Hierzu gehören folgende Themen:
- Was ist KI und wie funktioniert KI?
- Wichtige Unterschiede zwischen Menschen und KI: Art des Verstehens, Denkens, Lernens, Verhaltens, Weltbildes und der Existenz
- Arten von KI, wichtige Techniken und Begriffe (analytische KI, generative KI, Sprachmodelle, Diffusionsmodelle, RAG, Assistenten, Agenten, Agentensysteme, Antwort- und Denkstrategien, Gedächtnissysteme, wiederverwendbare Anweisungen etc.)
- KI-Nutzungsstufen
Rechtzeitig vor den Online-Terminen erhältst du Vorbereitungsaufgaben.
Die Einsichten und Fragen die du aus der Bearbeitung gewinnst, kannst du in den Online-Termin mitbringen, damit wir uns auf deine spezifischen Fragen und Anliegen (und die der anderen Teilnehmenden) besser einstellen können.
Die Vorbereitungsaufgabe betrifft einen von dir gewählten KI-Anwendungsfall. Eines der so entstandenen Ergebnisse werden wir dann im Online-Termin exemplarisch weiter bearbeiten.
Wer KI in Organisationen einführt, merkt gleich, hier dominieren Strukturen und Prozesse, die für eine Welt gebaut wurden, in der Maschinen nicht denken.
Der erste Fortbildungstag widmet sich den Themen, wo es wehtut:
- KI-Eigenschaften, die Erwartungen brechen
- Verantwortung, Haftung und Entscheidung
- Systemtheoretische Herausforderungen
- Wissen, Kompetenz und Lernen
- Menschliche und psychologische Herausforderungen
- Organisation, Führung und Struktur
- Sicherheit und Missbrauch
- Außenwirkung, Markt und Gesellschaft
- Regulatorischer Rahmen und die europäische KI-Verordnung
Dieser Tag legt das analytische Fundament für Tag 2. Wer den Problemraum klar sieht, kann gezielter nach strukturellen Antworten suchen – und ist weniger anfällig für die typischen Fehlannahmen und Fehlinvestitionen, die beim KI-Einsatz immer wieder auftauchen.
Nach diesem Tag kannst du in deiner Organisation oder mit deinen Kunden kompetent über KI und die aus dem KI-Einsatz resultierenden Herausforderungen sprechen und dazu arbeiten.
Mit dem vorgestellten Werkzeug des KI-Lagebildes (inkl. KI-Anweisungsvorlage) bist du in der Lage, zu einem konkreten KI-Vorhaben schnell kritische Punkte zu identifizieren.
Didaktik: Vortrag/Präsentation, Kleingruppen-Reflexion, moderierte Diskussion, Frage-Antwort-Runden – wir gehen mit klaren Begriffen und Unterscheidungen thematisch eher in die Breite.
Nachdem wir am ersten Tag die Herausforderungen kennengelernt haben, begeben wir uns nun in den Lösungsraum.
Zu einigen Herausforderungen gibt es naheliegende Lösungen, bspw. vorhandene Werkzeuge und Prinzipien aus dem Modell der Kollegialen Führung, der agilen Organisationsentwicklung oder Ähnlichem. Für andere Herausforderungen sind bestimmte Erweiterungen vorhandener Elemente nützlich. Und für einige benötigen wir auch ganz neue Organisationsprinzipien, Prozess- oder Strukturelemente.
Du lernst einige hilfreiche Unterscheidungen und Fragestellungen kennen, mit denen du in deiner Organisation (oder die deiner Kundschaft) einfacher hinterfragen und identifizieren kannst, wo welche Verantwortlichkeiten, Handlungsrahmen, Rollen und Ähnliches zu verorten oder aufzubauen sind. Damit können blinde Flecken, absehbare organisatorischen Schwächen, Budget- und Kompetenzgerangel durch unklare oder widersprüchliche Abgrenzung von Verantwortungsbereichen und andere typische Phänomene besser vermieden werden.
Wichtige Unterscheidungen:
- Datenkritikalität
- KI-Nutzungsstufen und ‑Nutzungsarten
- Notwendige Ausdehnung des KI-Verantwortungsraumes
- KI-Wirkungsreichweite
Wir bearbeiten ein praktisches Fallbeispiel (soweit möglich aus der Vorbereitungsaufgabe), auf das wir die kennengelernten Unterscheidungen und Prinzipien anwenden. Auch hierzu gibt es im Anschluss eine KI-Anweisungsvorlage.
Hilfreiche Organisationswerkzeuge und ‑konzepte:
- KI-Organisationsmatrix
- KI-Handlungsrahmen
- KI-Verantwortungskreis und notwendige menschliche Rollen
- KI-Lagebild (Übung, inkl. Promptvorlage im MD-Format)
- Einbettungsleitfaden (Übung, inkl. Promptvorlage im MD-Format)
Du erhältst ein begrifflich-konzeptionelles Fundament und Organisationsideen, um anschließend eigenständig und individuell weiter zu arbeiten.
Didaktik: Vortrag/Präsentation, Beispiele, Kleingruppen-Reflexion, moderierte Diskussion, Frage-Antwort-Runde