Die KI-sierte Organisation
Termine und Anmeldemöglichkeiten
| Individuelle Vorbereitung | Mi 17.06.2026 08:30 bis Mi 01.07.2026 08:30 |
| Tag 1: Was sind die Herausforderungen? | Mi 01.07.2026 von 08:30 bis 12:00 |
| Tag 2: Was sind hilfreiche Prinzipien und Praktiken? | Do 02.07.2026 von 08:30 bis 12:00 |
Einzelmodule
Individuelle Vorbereitung
Rechtzeitig vor den Online-Terminen erhalten Sie Materialien, vorwiegend Texte und Grafiken, zur individuellen Vorbereitung. Möglicherweise brauchen Sie Teile davon nicht, weil Sie die Inhalte kennen. In jedem Fall setzen wir dieses Wissen voraus und werden Fragen hierzu im Workshop allenfalls ganz kurz bearbeiten.
Hierzu gehören folgende Themen:
- Was ist KI und wie funktioniert KI?
- Wichtige Unterschiede zwischen Menschen und KI: Art des Verstehens, Denkens, Lernens, Verhaltens, Weltbildes und der Existenz
- Arten von KI, wichtige Techniken und Begriffe (analytische KI, generative KI, Sprachmodelle, Diffusionsmodelle, RAG, Assistenten, Agenten, Agentensysteme, Antwort- und Denkstrategien)
- KI-Nutzungsstufen
Einige dieser Inhalte sind bereits in unserem Blog oder als LinkedIn-Beiträgen verfügbar, andere gibt es exklusiv vorab.
Format: selbständig
Details
Tag 1: Was sind die Herausforderungen?
Wer KI in Organisationen einführt, merkt gleich, hier dominieren Strukturen und Prozesse, die für eine Welt gebaut wurden, in der Maschinen nicht denken.
Der erste Fortbildungstag widmet sich den Themen, wo es wehtut:
- KI-Eigenschaften, die Erwartungen brechen
- Verantwortung, Haftung und Entscheidung
- Systemtheoretische Herausforderungen
- Wissen, Kompetenz und Lernen
- Menschliche und psychologische Herausforderungen
- Organisation, Führung und Struktur
- Sicherheit und Missbrauch
- Außenwirkung, Markt und Gesellschaft
- Regulatorischer Rahmen und die europäische KI-Verordnung
Dieser Tag legt das analytische Fundament für Tag 2. Wer den Problemraum klar sieht, kann gezielter nach strukturellen Antworten suchen – und ist weniger anfällig für die typischen Fehlannahmen und Fehlinvestitionen, die beim KI-Einsatz immer wieder auftauchen.
Didaktik: Vortrag/Präsentation, Kleingruppen-Reflexion, moderierte Diskussion, Frage-Antwort-Runden – wir gehen mit klaren Begriffen und Unterscheidungen thematisch eher in die Breite.
Format: online
Details
Viele Organisationen begegnen KI wie einem neuen Softwareprojekt: einführen, schulen, loslegen. Was folgt, ist oft Ernüchterung – nicht weil die Technologie versagt, sondern weil die strukturellen und menschlichen Voraussetzungen nicht stimmen. Dieser Fortbildungstag macht den Problemraum sichtbar, bevor Lösungsideen ins Spiel kommen.
KI-Eigenschaften, die Erwartungen brechen
KI-Systeme sind keine deterministischen Programme. Sie produzieren unterschiedliche Ergebnisse bei gleichen Eingaben, liefern überzeugend klingende Falschinformationen (Konfabulationen), geben unwahre Statusmeldungen und entziehen sich klassischer Qualitätskontrolle. Hinzu kommen Wissenslücken, Modellveränderungen ohne Ankündigung und Vergleichsmaßstäbe, die mehr verschleiern als erhellen. Wer diese Eigenschaften nicht kennt, führt KI mit falschen Erwartungen ein.
Verantwortung, Haftung und Entscheidung
Wer haftet, wenn KI-Agenten im Namen einer Organisation handeln? Verantwortung verdunstet, wenn sie sich auf viele kleine Aufträge verteilt oder wenn KI-Vorschläge stillschweigend zur Entscheidungsgrundlage werden. Denken und Handeln trennen sich neu – und damit entstehen Fragen zu Datenschutz, Urheberrecht, Systemgrenzen und der Verantwortung für die KI-Datenbasis, die klassische Führungsstrukturen nicht beantworten können.
Systemtheoretische Herausforderungen
Was bedeutet Mitgliedschaft in einer Organisation, wenn KI-Systeme Aufgaben übernehmen, die bisher Menschen vorbehalten waren? Luhmanns Organisationstheorie liefert überraschend präzise Werkzeuge, um zu verstehen, warum Zurechnung zerfällt – und warum juristische Lösungen hier nicht weiterhelfen.
Wissen, Kompetenz und Lernen
KI verändert, wie Wissen entsteht, genutzt und weitergegeben wird. Einsteiger*innen verlieren Lernräume, wenn KI die schwierigen Aufgaben übernimmt. Der Verstärkereffekt zieht Leistung zur Mitte. Karrierepfade verlieren ihre Grundlage. Und implizites Erfahrungswissen lässt sich nicht so einfach KI-nutzbar machen, wie manche hoffen.
Menschliche und psychologische Herausforderungen
Menschen neigen dazu, KI zu vermenschlichen – mit Konsequenzen für Vertrauen, Kontrolle und Kritikfähigkeit. Die Arbeitsverdichtungsfalle: Wer schneller wird, bekommt mehr Arbeit. Psychologische Abhängigkeitsmechanismen sind in KI-Systemen teils absichtlich eingebaut. Und die scheinbare Harmonie eines KI-Feedbacks kann das kritische Denken im Stillen untergraben.
Organisation, Führung und Struktur
Lokale KI-Optimierungen können globale Dysfunktionen erzeugen. Verantwortung wandert nach oben, wenn Entscheidungsgrundlagen unklar sind. Das Kompetenz-Paradox: Können sitzt oft quer zur Hierarchie – KI macht das sichtbarer und spannungsreicher. Strategie und Struktur passen selten zum Tempo technologischen Wandels.
Sicherheit und Missbrauch
Von gezielten Anweisungs-Injektionen über KI-Agenten mit unklarer Identität bis hin zu Deepfakes und der Verschiebung krimineller Ressourcen: Sicherheitsrisiken durch KI sind real, vielfältig und werden in Organisationen noch zu selten systematisch adressiert.
Regulatorischer Rahmen: Die europäische KI-Verordnung
Fast alle Organisationen sind Betreiberinnen im Sinne der EU AI Act – mit konkreten Pflichten, die heute schon gelten oder bald gelten werden. Das Risikoklassenmodell entscheidet, was erlaubt, was eingeschränkt und was verboten ist. Wer das nicht kennt, handelt unwissentlich im Graubereich.
Was Sie aus diesem Tag mitnehmen: Ein strukturiertes Bild des Problemraums – nicht als Anlass zur Lähmung, sondern als Grundlage für informierte Entscheidungen und gezielte strukturelle Antworten. Diese Grundlage ist der Ausgangspunkt für Tag 2.
Tag 2: Was sind hilfreiche Prinzipien und Praktiken?
Format: online
Details
Wichtige Themen des dieses Moduls:
- Autonom handelnde KI-Rollen (KI als funktionales Organisationsmitglied).
- Kommunikative Grundfertigkeiten:
Erweiterung im Hinblick auf Metakommunikation mit KI. - Rollen, Kreise und Handlungsrahmen im KI-Kontext:
KI-Nutzungsstufen und Verantwortungsstufen für Rollen als Basis;
Die KI-Verantwortungs-Reichweiten-Matrix und ihre praktische Anwendung;
KI-robuste Handlungsrahmen; Erweiterte Team- und Rollenkonstitutionen. - Warum Führung von außen nach innen für die KI-sierung von Organisationen wichtig ist.
- Wie Kreise und Rollen mit dem Unerwarteten und mit KI gut umgehen können;
Das Teamboard in der KI-sierten Organisation. - Arten von Organisationseinheiten – erweitert zur KI-sierung:
KI-Verantwortungskreise,
KI-relevante menschliche Rollen, typische KI-Rollen,
KI-Koordinationskreise, KI-Gefahrensuchkreise (Red Teaming) und andere. - Kollegiale und agile Entscheidungs- und Reflexionsformate – und ihre Erweiterungen zur KI-sierung:
KI-unterstützte konsultative Fallentscheidungen,
Multiperspektivischere Entscheidungen durch KI-Assistenz,
KI-unterstützte Reflexionen und andere. - Bearbeitung spezifischer Fragen der Teilnehmenden.