Werkstatt für kollegiale Führung
Ideen und Praktiken für die agile Organisation von morgen

Kollegiale Selbstorganisation ist aus unserer Sicht nicht zu verwechseln mit Beliebigkeit, Unverbindlichkeit, Hierarchie­freiheit, Willkür, Basisdemokratie, Endlosdiskussionen und Herrschaft des Mittelmaßes.

Ganz im Gegenteil. Gerade damit Führung zum selbst­verständ­lichen Teil der Arbeit eines jeden Mitarbeiters werden kann, benötigen solche Organisationen eine belastbare und leistungsfähige soziale Architektur und Infrastruktur, einen klaren organisatorischen Rahmen und eine Reihe einfach zu benutzender Organisations- und Führungswerkzeuge.

Wie oft haben wir das in Linienorganisationen gehört: Wie kann ich meine Mitarbeiter dazu bringen, mehr Verantwortung zu übernehmen, eigenverantwortlicher zu arbeiten oder unternehmerischer zu denken? Dahinter steckt der Wunsch, Mitarbeiter ändern oder nur Mitarbeiter mit bestimmten Eigenschaften beschäftigen zu wollen, ohne jedoch die dazu passenden Verhältnisse der Arbeit zu schaffen.

Ist dieser Wunsch nicht ein großer Irrtum? Die Menschen verhalten sich ja bereits motiviert, eigenverantwortlich und verantwortungs­voll. Sie helfen ihren Kollegen ohne Zwang, fühlen mit den Kunden, sie kümmern sich um ihre Familien, engagieren sich ehrenamtlich in Vereinen, helfen ihren Nachbarn, Freunden und sogar Unbekannten und treffen fortwährend Entscheidungen.

Sie verhalten sich immer so, sofern sie wirklich die Verantwortung haben (und nicht irgendein Vorgesetzter für sie geradestehen muss) und darin einen Sinn erkennen.

Aber genau hier hakt es bei vielen Organisationen.

Kollegial selbstorganisierte Unternehmen können dafür einen passenderen Kontext bieten, wie viele Beispiele zeigen.