Werkstatt für kollegiale Führung
Ideen und Praktiken für die agile Organisation von morgen

Sie sind eine erfahrene und ausgebildete Organisationsentwicklerin* (siehe Voraussetzungen weiter unten) und möchten die speziellen Grundlagen kollegialer Selbstorganisation und agiler Organisationsentwicklung kennen und anwenden lernen. Sie interessieren sich für neue Techniken und Werkzeuge und möchten diese in Ihrem Arbeitskontext ausprobieren.

Hierzu bieten wir jeweils am Anfang eines Jahres zwei aufeinander aufbauende Workshop-Module an. Jeweils im Mai stellen wir die Termine für das Folgejahr online.

*wir verwenden mal weibliche und mal männliche Begriffe, meinen aber stets beide Geschlechter.

Workshop-Struktur

Termine

Verbindliche Anmeldungen sind erst ab Ende November möglich. Bis dahin bleibt Ihre Anmeldung zunächst unverbindlich. Sofern Sie sich jedoch jetzt schon registrieren, werden Sie dann Ende November bevorzugt (in zeitlicher Reihenfolge der Registrierung) informiert und erhalten die Möglichkeit, sich dann verbindlich zu entscheiden/anzumelden. Melden Sie sich bei Interesse gleich zu beiden Modulen an.

Hinweis: Für die Termine liegen mittlerweile mehr Registrierungen/unverbindliche Anmeldungen als Plätze vor. Da sicherlich nicht alle bisherigen Registrierungen wahrgenommen werden, halten wir weitere Registrierungen dennoch für lohnenswert. Weitere Termine in 2023 sind nicht geplant.

Work­shop Start Ort   Ticketoptionen

*Nettopreis pro Teilnehmer zzgl. MwSt. (in Klammern Bruttopreis inkl. MwSt.). Weitere Fragen? Siehe unsere FAQ.

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Workshop-Konzept: das kollegiale Führungslabor

Ihr Lernen findet auf verschiedenen Ebenen statt:

  • Wissen: Aufbauend auf Ihrem Vorwissen erhalten Sie gezielt weiteres Material in Form von Erklärfilmen, Texten und Fragen, das Sie vorwiegend individuell oder in Online-Kleingruppen bearbeiten. In den gemeinsamen Workshops, also der Gesamtgruppe, behandeln wir nur noch die speziellen Fragen, die sich weder individuell noch in Kleingruppen klären ließen. Sie müssen für dieses selbstgesteuerte Lernen ausreichend Zeit einplanen.
  • Können: Während der gemeinsamen Gruppenarbeit, die bedarfsweise in Mini-, Klein- und Großgruppen stattfindet, erhalten Sie zahlreiche Übungsmöglichkeiten, um Ihr Können aufzubauen. Hier lernen Sie das notwendige Handwerkszeug in verschiedenen Rollen und Kontexten. Und Sie erproben, entwickeln und reflektieren dabei die passenden Haltungen.
  • Reflexion: Während und nach den Übungen wechseln wir zur Selbstbeobachtung und Reflexion immer wieder auf die Metaebene, um unser Wissen, unser Können und unsere Haltung weiter und belastbar zu fundieren sowie typische praktische Herausforderungen und Dynamiken besser verstehen und handhaben können.

Wir bieten Ihnen realitätsnahe Übungssituationen an, in denen Sie einerseits die Komplexität bei der Einführung von Selbstorganisation selbst erleben können und andererseits das für Sie in Ihrer Beraterinnenrolle notwendige Wissen und Können sowie die dazugehörigen Haltungen gleich selbst ausprobieren können.

Modul 1: Basis

Im Basismodul lernen Sie die Grundkonzepte soweit kennen, dass sie diese in passenden und einfachen Kontexten Ihrer eigenen Beratungspraxis selbst ausprobieren und anwenden können. Die Workshop-Inhalte sind auf vier halbtätige Online-Workshop-Termine in der Gesamtgruppe verteilt, denen jeweils immer ein Online-Vorbereitungstreffen in einer Kleingruppe vorausgeht. Zusätzlichen erhalten Sie die Möglichkeit, Teil einer Lerngruppe zu werden, mit der Sie auch nach Ende des Basismoduls weiter arbeiten können.

Bereits zwei bis drei Wochen vor dem ersten Online-Workshop starten Sie mit Ihrer individuellen Vorbereitung und Einarbeitung, für die wir Erklärfilme, Texte, Fragen etc. bereitstellen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu unserer  internen Kommunikationsplattform (wir verwenden Slack). Zum einen in einem geschlossenen Kanal zu den anderen Teilnehmerinnen Ihrer Workshop-Gruppe, zum anderen in offenen Gruppen zu den über 400 Alumnis unserer Fortbildung.

Auch wenn die Workshops in der Gesamtgruppe wichtige Einzelereignisse darstellen, so basiert die Fortbildung insgesamt eher auf einem kontinuierlichen und eigenverantwortlichen Lernen.

Inhalte

  • Wichtige Begriffe und Konzepte kollegialer Führungsmodelle.
  • Typische Kundenanliegen zum Thema kollegialer Führung und Selbstorganisation.
  • Einflüsse und Herkünfte der verwendeten Grundprinzipien oder Praktiken (agil, lean, integral, systemisch, systemtheoretisch u.a.).
  • Grundprinzipien des kollegialen Kreismodells.
  • Kreisorganisation aufbauen: Geschäftskreise, Rollen und andere Struktur- und Prozesselemente zur kollegialen Selbstorganisation.
  • Zweck, Organisation, Einführung und Handhabung von Team-/Company-Boards (Führungsmonitor).
  • Grundlagen und praktischer Nutzen zirkulär-empirischer Organisationsentwicklung.
  • Umsetzung des Sogprinzips: Wie gelingt die Umstellung von Push auf Pull?
  • Rahmenbedingungen der Selbstorganisation in einem Handlungsrahmen festlegen.
  • Warum und welche Rollen und Metaprozesse sind zum Start der Selbstorganisation vorzugeben?
  • Welche Bedeutung haben Rollen zur Selbstorganisation?
  • Die Einführung kollegialer Selbstorganisation und agiler OE in Kundenorganisationen mit dem Adaptionsmodell vorbereiten und strukturieren.
  • Möglichkeiten der Auftragsklärung mit Hilfe des Adaptionsmodells.
  • Auftragsklärung und Haltung bei Organisationsentwicklungsanliegen von Kundenorganisationen.
  • Die Rolle der Inhaberinnen, der Führungskräfte, des Übergangsteams und der Kollegenschaft bei der Adaption kollegialer Führungsprinzipien.
  • Wichtige Willensbildungs- und Entscheidungsverfahren (Aus der Mitte wählen, kollegiale Rollenwahl) kennenlernen und erproben.
  • Reviews und Retrospektiven.
  • Kritische Faktoren der ersten Übergangsphasen reflektieren.
  • Das Konzept der kontinuierlichen Lernbegleitung zum Aufbau kommunikativer Grundfertigkeiten in der Kundenorganisation kennen lernen.
  • Lerngruppen bilden.
  • Individuelle Fragen und Anliegen klären.

Es werden 21 Unterrichtseinheiten je 60 Minuten absolviert, darunter entfallen 4 Einheiten auf Eigen- und Literaturstudium und 4 Einheiten auf Lerngruppenarbeit. Der Übungsanteil beträgt i.d.R. über 40%. Abgestimmt mit der Teilnehmerschaft werden im Workshop einzelne der genannten Inhalte ggf. variiert.

Modul 2: Vertiefung

Das Basismodul ist zu kurz für die Vielzahl der Konzepte, Praktiken, Anwendungsfälle und Fragen zum Thema. In diesem Vertiefungsmodul erweitern Sie Ihren mentalen und praktischen Werkzeugkasten mit dem Ziel, diesen danach in Ihrer eigenen Praxis eigenständig und umfassender anwenden zu können. Schwerpunkt sind vor allem anspruchsvollere Moderations- und Kommunikations-Werkzeuge, die sich in ihrer Tiefe und sozialen Dynamik online nur begrenzt erleben und üben lassen, weswegen die Vertiefung in physischer Präsenz stattfindet.

Inhalte

  • Vertiefung des Adaptionsmodells zur Einführung und Adaption kollegialer und agiler Führungsprinzipien.
  • Verletzung von Systemprinzipien bei bisherigen Führungskräften, bei Inhaberinnen und bei anderen sowie die jeweils hilfreichen Ausgleichshandlungen.
  • Alle wichtigen Entscheidungsverfahren anwenden lernen (Zustimmungsabfragen, Widerstandsabfragen, Aus der Mitte wählen, Einwandintegration mit TZI oder Konsent, Kollegiale Rollenwahl, Konsultativer Fallentscheid u.a.).
  • Reflexion über die praktischen Anwendungsherausforderungen für Entscheidungsverfahren in typischen Organisationen.
  • Kollegiale Kommunikationsformate (Diskussionsmarktplatz/Lean-Coffee, Meinungsrunden, Feedback-Märkte u.a.)
  • Die Moderation von Team/Company-Boards (Führungsmonitor) und deren wichtigsten Herausforderungen als Übende erleben und meistern.
  • Die Bedeutung des Organisationsvorrangs (Bedürfnisdreieick, TZI).
  • Kollegiale ökonomische Kompetenz.
  • Die Bedeutung von Rollen. Typische Rollen in kollegial geführten Organisationen.
  • Wichtige Koordinations- und Dienstleistungskreise: Topkreis, Strategiekreis, OE-Kreis/Übergangsteam u.a.
  • Zusammenarbeit mit internen Organisationsbegleitern, Coaches, Übergangsteam und Auftraggeberschaft.
  • Organisations-Ethnographie, Organisations-Landkarte, Organisations-Benutzungsanleitung.
  • Welche Konfliktdynamiken können auftreten? Umgang und Vorsorge hierzu.
  • Umgang mit Rückfällen in gewohnte Muster.
  • Personalprozesse kollegial(er) betreiben, Gehaltsmodelle u.a.
  • Skalierungsprinzipien: Große und verteilte Unternehmen, Holding-Strukturen; Enge und lose Kopplung.
  • Evolutionärer Sinn und Zweck der Organisation. Wohin noch?

Nach Abschluss des Vertiefungsmoduls erfüllen Sie in der Regel die Voraussetzungen zu einer Mitgliedschaft in der Gilde Agile Organisationsentwicklung, die wir (als Ergänzung zu unserem Alumni-Kreis) aktiv unterstützen und in der wir viele weitere Möglichkeiten zum fachlichen und persönlichen Austausch und auch zur Selbsterprobung haben, um das Thema gemeinsam weiter zu entwickeln.

Es werden 15 Unterrichtseinheiten je 60 Minuten absolviert, darunter entfallen 1 Einheit auf Eigen- und Literaturstudium und 1 Einheit auf Lerngruppenarbeit. Der Übungsanteil beträgt i.d.R. über 40%.  Abgestimmt mit der Teilnehmerschaft werden im Workshop einzelne der genannten Inhalte ggf. variiert.

Allgemeines

Wir arbeiten in verschiedenen Gruppenkonstellationen: Einzelarbeit, Minigruppen (ca. 3 Personen), Kleingruppen (5 – 7 Personen) und im Plenum (Großgruppe). Die Gruppen umfassen ca. 10 – 15 Teilnehmerinnen pro Termin. Claudia Schröder und Bernd Oestereich moderieren die Workshops. Wir aktualisieren das Werkstattkonzept regelmäßig und behalten uns jederzeit inhaltliche und didaktische Weiterentwicklungen vor.

Die Inhalte gehen über die unsere Bücher →“Das kollegial geführte Unternehmen“ und →Agile Organisationsentwicklung hinaus. Es ist sehr hilfreich, aber nicht zwingend, die Bücher oder das  →Poster vorher gelesen zu haben.

Alle Workshops setzen ein eigenverantwortliches Lernen und engagiertes Mitarbeiten und Ausprobieren voraus – nur konsumierend teilzunehmen ist nicht vorgesehen. Wissen versuchen wir weitgehend außerhalb der gemeinsamen Workshop-Zeit zu vermitteln – durch Texte, Erklärfilme, Hausaufgaben u. Ä. In den Übungen werden praxistypische Spannungen und Dynamiken erfahrbar. Ebenso beinhalten viele agile Werkzeuge möglicherweise gewöhnungsbedürftige disziplinierende Elemente.

Wir behalten uns vor, die Anzahl der Teilnehmerinnen ohne eine fundierte systemische Coaching- oder Beratungsausbildung auf wenige Plätze zu limitieren.

Rahmendaten

Nutzen Sie auch unsere FAQ-Seite, um weitere Fragen zu klären.

Zielgruppe und Voraussetzungen
Dieses Angebot richtet sich an Menschen mit einer abgeschlossenen, von einem →Dachverband anerkannten Coaching- oder Beratungsausbildung von 120 Stunden oder mehr (oder einer vergleichbaren autodidaktischen Ausbildung) und einer entsprechenden mehrjährigen Berufspraxis. Sie verfügen über eine systemisch-konstruktivistische Haltung, über Techniken und Erfahrungswissen in der Gesprächsführung und sind mit systemischen Frage-, Feedback- und Moderationstechniken und einer regelmäßigen Selbstreflexion vertraut. Traditionelle OE-Werkzeuge und -Methoden sind Ihnen aus Theorie und Praxis bekannt. Die Module bauen unabhängig vom vorhandenen Erfahrungswissen der Teilnehmenden aufeinander auf und können nicht übersprungen werden. Nach Ihrer Anmeldung klären wir mit Ihnen in einem Vorab-Telefonat Ihre Erwartungen und Voraussetzungen, vor allem auch für den Fall, dass Sie die beschriebenen Voraussetzungen nicht ganz erfüllen.

Besonderheiten für Agile Coaches, interne Coaches
Viele aus der Softwarebranche stammende erfahrene agile Coaches verfügen über eine weitgehend, aber nicht vollständig vergleichbare Ausbildung und Praxis. Sollten Sie sich diesbezüglich unsicher sein, laden wir Sie ein, einfach mit uns hierzu Kontakt (info@kollegiale-fuehrung.de) aufzunehmen.

Teilnahmebestätigung 
Als Teilnehmerin erhalten Sie pro Workshop eine Teilnahmebestätigung mit Angabe der Inhalte und absolvierten Stundenzahl.

Veranstaltungszeiten
Sofern im Einzelfall nichts anderes beschrieben ist: Bei Veranstaltungen mit physischer Präsenz treffen wir uns bereits 30 – 60 Minuten vor dem eigentlichen Start um Ankommen und Kennenlernen bei Tee, Kaffee und Croissant. Inhaltlich arbeiten wir am 1. Tag von 9.30 Uhr bis 17:00 Uhr (max. 17:30 Uhr) und am 2. Tag von 9.00 Uhr bis ca. 16:00 Uhr (max. 16:30 Uhr). Bei Online-Veranstaltungen treffen wir uns ca. 15 Minuten vorher zum Ankommen und arbeiten von 9.00 Uhr bis 12:00 Uhr (max. 12:30 Uhr) inhaltlich. Bitte planen Sie die genannten Maximalzeiten unbedingt als Puffer ein. Bitte nutzen Sie die Ankommenszeiten vor der inhaltlichen Arbeit.

Fristen und Geschäftsbedingungen
Die Anmeldung ist nicht übertragbar. Es gelten unsere →Geschäftsbedingungen.

Anmeldung, Veranstalter, enthaltene Leistungen
Anmeldungen sind ausschließlich online über die Anmeldefunktion in der oben genannten Terminliste möglich. Schriftliche, mündliche oder E-Mail-Anmeldungen oder Bestellungen nehmen wir nicht entgegen. Im Preis enthalten sind Arbeitsmaterialien und (bei Veranstaltungen mit physischer Präsenz) die Bewirtung in den Pausen inkl. Mittagessen. Die Workshops werden betreut und veranstaltet von Bernd Oestereich/Claudia Schröder (Werkstatt für kollegiale Führung).